Der Elefantenrüsselnebel (IC 1396A) gehört zu den bekanntesten Strukturen innerhalb der großen Emissionsnebelregion IC 1396 im Sternbild Kepheus. Für Astrofotografen ist dieses Objekt besonders interessant, weil es feine Dunkelstrukturen, starke H-Alpha-Emission und aktive Sternentstehung in einem einzigen Motiv vereint.
Die Region liegt etwa 2400 Lichtjahre von der Erde entfernt und erstreckt sich über mehrere Grad am Himmel. IC 1396 selbst ist eine riesige H-II-Region, die von energiereicher Strahlung junger, heißer Sterne zum Leuchten angeregt wird.

Aufnahmedetails
- Kamera: Canon EOS 6DA
- ISO: 1600
- Belichtung: 147 min (49 x 180s)
- Teleskop: Skywatcher Explorer 130/650 PDS
- Montierung: HEQ5 PRO GOTO
- Optik: Baader MPCC MkIII
- Filter: UV/IR Cut-Filter
- Spektrum: visuell
- Ort: Schöningen
- Datum: 12.03.2026 | 21:45 Uhr
Was ist der Elefantenrüsselnebel?
Eine dunkle Molekülwolke in einer aktiven Sternentstehungsregion
Der Elefantenrüsselnebel ist eine dichte globuleartige Gas- und Staubstruktur, die sich deutlich vom leuchtenden Hintergrund des Emissionsnebels abhebt. Seine charakteristische Form erinnert an einen nach vorne gestreckten Elefantenrüssel, was ihm seinen populären Namen eingebracht hat.
Physikalisch handelt es sich um eine sogenannte Bok-Globule – eine kompakte Ansammlung aus Gas und Staub, in der neue Sterne entstehen können. Die intensive Strahlung nahegelegener Sterne komprimiert diese Wolke und formt dabei ihre markante Struktur.
Besonders wichtig ist der Stern HD 206267, ein massereicher O-Stern im offenen Sternhaufen Trumpler 37, der den Nebel mit ultravioletter Strahlung beleuchtet und gleichzeitig langsam erodiert.

IC 1396 in der Astrofotografie
Ein ideales Objekt für H-Alpha und Schmalbandfotografie
Für Astrofotografen gehört IC 1396 zu den klassischen Deep-Sky-Objekten des Nordhimmels. Die Region eignet sich hervorragend für:
- H-Alpha-Fotografie
- Schmalbandaufnahmen (H-Alpha, OIII, SII)
- Widefield-Aufnahmen großer Nebelregionen
Der Elefantenrüsselnebel selbst zeigt besonders viele filigrane Staubstrukturen und Ionisationsfronten, die auf lang belichteten Bildern deutlich hervortreten.
Mit einer Brennweite zwischen etwa 400 mm und 800 mm lässt sich die Struktur sehr gut isolieren. Kürzere Brennweiten zeigen hingegen die gesamte IC-1396-Region mit Sternhaufen und Nebelkomplex.
Typische Belichtungszeiten liegen – je nach Himmel und Kamera – im Bereich von mehreren Stunden Gesamtintegration, um die schwachen Nebelbereiche sichtbar zu machen.
Beobachtung und Position am Himmel
Der Nebel befindet sich im Sternbild Kepheus und ist vor allem im Spätsommer und Herbst gut sichtbar. Seine ungefähren Koordinaten sind:
- Rektaszension: 21h 36m
- Deklination: +57°
Die Region liegt nahe der Grenze zum Sternbild Schwan und kann mit Weitwinkel-Astrofotografie oder moderaten Teleskopbrennweiten gut erfasst werden.
Zusammenfassung
Der Elefantenrüsselnebel in IC 1396 ist ein faszinierendes Ziel für Astrofotografie und Astronomie. Die Kombination aus leuchtendem Wasserstoffnebel, dunklen Staubwolken und aktiver Sternentstehung macht dieses Objekt zu einem der eindrucksvollsten Motive des nördlichen Sternhimmels.
Gerade durch lange Belichtungszeiten und Schmalbandfilter lassen sich die komplexen Strukturen dieser Region sichtbar machen – ein Objekt, das sowohl wissenschaftlich als auch fotografisch immer wieder begeistert.
Diese Aufnahme des Elefantenrüsselnebels entstand in einer Nacht mit einer Canon EOS 6DA (astromodifiziert), einem UV/IR Cut-Filter, einem Skywatcher Explorer 130/650 PDS Teleskop sowie einer Skywatcher HEQ5 Montierung sowie Auto-Guiding.